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Jüngere Pflegebedürftige

Lebensqualität für jüngere Pflegebedürftige

Frank Hüchtemann lebt mit GBS im Betreuten Wohnen vom Stift Schötmar

Frank Hüchtemann in seinem Appartement vom Betreuten Wohnen des Stiftes Schötmar

52 Jahre alt ist Frank Hüchtemann, Bewohner des Betreuten Wohnens im Stift Schötmar. Auf den ersten Blick kein Alter, um in einer klassischen Senioreneinrichtung zu leben.

Und so klassisch ist das Stift Schötmar auch nicht. Neben Angeboten für Senioren wie die Tagespflege und die Wohngemeinschaften bietet die Einrichtung zudem Lebensqualität für jüngere Pflegebedürftige.

Diese können in eine eigene Wohnung des Betreuten Wohnens ziehen und erhalten dort volle pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung bei höchstmöglicher Selbstständigkeit. „Bei meinem Einzug habe ich gemeinsam mit den Mitarbeitern festgelegt, welche Hilfen ich benötige. Ansonsten werde ich in Ruhe gelassen. Benötige ich weitere Unterstützung, betätige ich den Notruf und es ist schnell jemand bei mir“, freut sich Frank Hüchtemann.

Im September 2016 ist der 52-Jährige in ein 51 m2 großes Appartement des Betreuten Wohnens vom Stift Schötmar gezogen. Das Ende einer Zeit der Isolation.

Drei Jahre zuvor bekam er das Guillain-Barré-Syndrom (GBS), an dem lediglich einer von hunderttausend Menschen jährlich in Deutschland erkrankt.

„Schon länger fühlte ich mich geschwächt und hatte schließlich eine schwere Grippe. An dem Tag, an dem ich eigentlich wieder zur Arbeit gehen wollte, stürzte ich aus dem Bett und konnte nicht mehr laufen. Lähmungserscheinungen traten auf“, berichtet Frank Hüchtemann. Zunächst ging sein Arzt von einem Schlaganfall aus, stellte aber nach kurzer Zeit fest, dass es sich um das GBS handelt.

Das GBS ist durch aufsteigende Lähmungen und Sensibilitätsstörungen, die zumeist in den Händen oder Füßen beginnen, gekennzeichnet. Die Ursachen für das Syndrom sind noch weitgehend unklar. In der Regel tritt die Erkrankung jedoch nach einer Infektion auf, zum Beispiel nach einem Mückenstich. Zumeist verschwinden die Symptome wieder. Es sei denn, es handelt sich um eine chronische Form der Erkrankung.

Nach einer Rehabilitationsmaßnahme ging es Frank Hüchtemann zunächst besser und er konnte sogar wieder in seinem Beruf als LKW-Fahrer arbeiten. Leider erlitt er jedoch eine Blutvergiftung und die Symptome des GBS kehrten zurück. Seine Erkrankung ist nun chronisch – voraussichtlich werden nie alle Beschwerden abklingen. „In naher Zukunft erhalte ich eine weitere Reha. Ich hoffe, dass ich mir danach meine Mahlzeiten wieder selber zubereiten kann“, verrät er.

Frank Hüchtemann ist auf einen Rollstuhl angewiesen und deshalb froh über seine barrierefreie Zwei-Zimmer-Wohnung im 1. Obergeschoss. Diese kann er problemlos mit dem Fahrstuhl erreichen. „Meine Wohnung ist echt toll. Besonders mag ich das Badezimmer. Dieses ist perfekt für mich als Rollstuhlfahrer“, sagt er.

Voraussetzungen für den Einzug ins Betreute Wohnen sind ein Wohnberechtigungsschein sowie das Vorliegen eines Pflegegrades. Wer an einer der letzten freien Wohnungen interessiert ist, kann sich telefonisch unter 05222/397-0 an stellvertretende Pflegedienstleitung Jürgen Münstermann wenden. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Seit seinem Einzug im Betreuten Wohnen vom Stift Schötmar kann Frank Hüchtemann wieder aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Er ist froh über seine zurückgewonnene Eigenständigkeit mit Unterstützung - individuell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.